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Mein Besuch auf der Obscene Messe

Die letzte Obscene Messe im März 2020 war das letzte große Event, bevor C. in die Szene Einzug hielt und alle ihre Pforten schließen mussten. Letztes Jahr habe ich mit einer guten Freundin einen Workshop »BDSM meets Tantra« bei Lady Amber besucht. Davon musste wir recht lange zehren – um es mal sanft zu formulieren.

Nun denn … Als der Termin im September immer näher rückte, konnte ich es gar nicht recht glauben, dass ich bald auf einer Messe mitten unter Kinkstern stehen würde. Die samstägliche Party musste natürlich ausfallen. Aber Menschen aus der Szene – juhu!

Messe-Flair

Familiäre Verpflichtungen erlaubten es mir leider nicht, das Wochenende auf der Messe zu verbringen. Ich schmiss mich am Freitagabend in mein Outfit und ließ mich von meinem Sub in Sindelfingen abliefern. Der Prozess rund um den Einlass – ich werde nichts dazu schreiben, weil es vermutlich schwer genug war, ein Hygienekonzept auf die Beine zu stellen, das von der Stadt abgenickt wurde. Nachdem alle Zettelchen und Stempelchen erledigt waren, konnte es losgehen.

Die Messe fand in einer Sporthalle statt. Inmitten der Tartanbahn befanden sich die Aussteller. Als BDSM-er bzw. Swinger bin ich es gewohnt, dass mein spezielles Hobby immer nur in der Peripherie geduldet wird. Sämtliche Clubs, Shops und Partys werden ins Industriegebiet gelegt. Manchmal mit einem eigenwilligen Flair. Daher war das Kraxeln über die Tartanbahn recht stimmig.

Was dich auf einer BDSM-Messe erwartet

Was mir als erstes auffiel: Es waren deutlich weniger Aussteller da als letztes Jahr. Zudem kam der »Freitagseffekt« dazu: Das ist traditionell der Tag, an dem am wenigsten Publikum da ist und deutlich mehr Aussteller, Workshop-Anbieter und Presse. Wer auf der Suche nach Kleidung im oberen oder unteren Größenspektrum ist, dem empfehle ich jedoch einen Besuch am ersten Tag. Sonntags ist das meiste nämlich schon weg! Und es gibt kaum etwas ärgerlicheres, als ein tolles Outfit zu sehen, das nicht mehr in der passenden Größe vorrätig ist.

Wie letztes Jahr auch, gab es einen Rope Space, bei dem man fesseln konnte – aktiv oder passiv. Für diejenigen, die nicht auf einen Bondage-Stammtisch gehen möchten, ist das die ideale Gelegenheit, um das erste Mal Seil-Luft zu schnuppern. Das Team vom RopeXperience ist ansprechbar für Anfänger. Meine Freundin hat sich dort letztes Jahr das erste Mal fesseln lassen.

Das Gastro-Angebot war messetypisch. Wir haben uns draußen Crêpes gegönnt. Drinnen gab es – bspw. von Dark Secrets Hildesheim – auch Getränke mit rosa Blubber. Die machen auf den Messen immer einen sehr soliden Job an der Bar.

Ich ließ mich über die Messe treiben, schaute nach neuen Inspirationen. (Vielleicht traue ich mich irgendwann doch, einen Holzdildo zu kaufen …) Um ehrlich zu sein: Die letzten 1,5 Jahre waren für die Szene alles andere als leicht und das war spürbar. Ich habe versucht, mich davon so gut es geht abzugrenzen. Trotzdem war meine Shopping-Laune deutlich geringer als bei meinen Besuchen in den Vorjahren.

Was mich gefreut hat: ein paar alte Bekannte zu treffen und über die neuesten Entwicklungen in Sachen Partys zu quatschen. Was mich auch gefreut hat: People Watching 🙂 Outfits, Outfits, Outfits! Ich hatte schon fast vergessen, wie viele Abstufungen von Schwarz es gibt.

Welche BDSM-Shops ich dir ans Herz lege

Zum Schluss möchte ich noch zwei Shop-Empfehlungen dalassen:

Wir kamen am Stand von aio Latex ins Gespräch mit dem Designer. Obwohl ich nicht besonders tief im Latex-Thema drin bin, sah ich direkt, dass es hier ein paar besondere Stücke zu entdecken gab. Durch neue Fertigungstechniken lassen sich sehr exakte Muster ins Latex schneiden. (Früher wurde das per Hand gemacht.) Hat mir alles sehr gut gefallen und die Preise bewegen sich in einem normalen Rahmen. Das ist – gerade wenn man nach etwas besonderem sucht – nicht oft der Fall. Mein Lieblingsteil: das Top »Gloria«.

Bei McHurt war ich mal wieder begeistert von der einzigartigen Kombination aus Auswahl, Qualität und Preis. Jedes Mal, wenn ich dort etwas in die Hand nehme, denke ich mir: Damit würde ich gerne spielen. Gleichzeitig mag ich es, dass man dort eine gewisse Individualität findet. Viele BDSM-Stores bedienen sich am selben Großhändler (wogegen gar nichts zu sagen ist). Umso schöner, ein paar Werkzeuge abseits des Mainstreams zu finden.

Lieblingsteil: die »Lupus Hundepeitsche«.

Save the date

Die nächste Obscene Messe findet in Karlsruhe statt und zwar vom 25. bis 27. März 2022. Für die Nordlichter gibts vom 26. bis 28. November 2021 die Passion Messe in Hamburg. Da war ich 2018 und 2019 – war beide Male toll! Mal schauen, ob es dieses Jahr bei mir klappt.

1 Kommentar

  1. Das ist alles so ewig weit weg von mir, aber ich hätte irre Lust mir das mal anzusehen. Das ist sicher ein besonderes Flair.

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