Neun Dinge, die ich als Femdom gerne früher gewusst hätte

  1. Wenn der Schwanz hart ist, macht der Mund oft Versprechungen, die der Realität nicht standhalten.
    Im Ernst: Was ich schon alles gehört habe, während Sub auf »Wolke devot« schwebte … Das klingt schöner als jedes Versprechen vor dem Traualtar. Ein »ich will nur dir gehören« oder ein »ich tue alles für dich« nehme ich mittlerweile nur noch ernst, wenn es mit schlaffem Schwanz zur Sprache gebracht wird. Oder noch besser: direkt nach dem Orgasmus.


  2. Was man über die Wirkung von KG’s sagt, stimmt zu 100 Prozent.
    Bevor ich das erste Mal einen KG anlegen ließ, habe ich allerlei wundersame Berichte über die Wirkung des selbigen gelesen. Ich dachte, es würde sich um einen Urban Myth oder so handeln. Mittlerweile kann ich sagen: Ein KG bewirkt tatsächlich eine sehr angenehme Verhaltensänderung.


  3. Ein Schwanz geht nicht so leicht kaputt.
    Natürlich ist es immer schwer, die Sensibilität eines Körperteils zu beurteilen, das man selbst nicht hat. Meiner Erfahrung nach fassen die allermeisten Frauen Schwänze viel zu vorsichtig an. Ich plädiere hier nicht für Grobheit um jeden Preis. Wenn ich sein bestes Stück jedoch wie ein rohes Ei (no pun intended) behandle, wird es schwierig mit der CBT. Ein fester Griff strahlt deutlich mehr Sicherheit aus als nervöses Getippel mit den Fingerspitzen. Anfängerinnen empfehle ich folgenden Test: Nimm beide Hoden fest in die Hand, ziehe daran und bitte den Hodenbesitzer, ein Geräusch zu machen, wenn es zu schmerzhaft wird. Du wirst dich wundern. Glaub mir.


  4. Nippel sind für viele Menschen erogene Zonen – egal welches Geschlecht sich weiter unten befindet.
    Selbsterklärend, oder?


  5. Dominanz hat nichts mit Lack, Leder und Latex zu tun.
    Wenn du dich mit weiblicher Dominanz beschäftigst, stößt du automatisch auf pornografisch geprägte Motive. Die beiden inhärenten Merkmale von Pornografie sind jedoch:
    a) Pornografie ist auf schnelle Befriedigung ausgelegt.
    b) Sie lebt daher von starker, visueller Stimulation, die im echten Leben so in der Regel nicht zu finden ist.
    Lass dich davon nicht allzu sehr beeinflussen. Bei Femdom geht es zunächst mal um deine Reise. Wenn dich LLL anmacht, probiere es aus. Wenn es dich nicht anmacht, lass es. Das schmälert deine Dominanz nicht. Ich nutze Femdom-Pornos mittlerweile dazu, mir Anregungen für Sessions zu holen.


  6. Auch devote Männer können übergriffig sein.
    Das geschieht jedoch deutlich subtiler. Beispielsweise wenn ein Mann dich schrittweise dazu bringt, Praktiken auszuüben, die du nicht magst. Du bist schließlich eine dominante Frau und du hast X und Y anzubieten. Das triggert – zumindest bei mir – einen sehr tief verwurzelten Glaubenssatz: Eine Frau hat einen Mann sexuell zu bedienen, sonst ist er weg, geht zu einer anderen oder läuft Amok.
    Daneben gibt es eine ganz bestimmte Gruppe submissiver Männer, die unbedingt »dienen« wollen … aber bitte genau auf diese und jene Art. Dazu ein Stichwort, bei dem jede Femdom innerlich die Augen verdreht: der Leckdiener. Ich habe kein Problem damit, wenn ein Sub sehr konkrete Wünsche und Vorstellungen hat. Was jedoch das Dienen angeht, so hat dieses im ersten Schritt eine Person glücklich zu machen: mich. Wenn du spürst, dass dir jemand eigentlich nur seine eigenen Vorstellungen unterjubeln will und es – um beim Leckdiener zu bleiben – vorrangig um die Befriedigung seines Kopfkinos geht, hör auf deine innere Stimme.


  7. Es geht bei vielen Praktiken weniger um konkrete Techniken als um Ermächtigung und Mut.
    Ja, man kann einiges falsch machen, wenn man zu Schlaginstrumenten o. ä. greift. Doch auch hier sehe ich eher Frauen, die viel zu viel Respekt vor einem Flogger haben, obwohl die Gefahren bei regulärem Gebrauch absolut überschaubar sind. Das ging mir anfangs ganz genauso. Meine größte Angst: Wenn jetzt einer von diesen kleinen Striemen einen halben Zentimeter auf der Niere landet, bricht mir der Sub sofort zusammen und ich muss einen Krankenwagen rufen. Die Realität: Sub gab mir als Rückmeldung zur Intensität eine fünf, als ich (für meine damaligen Verhältnisse) voll durchzog. Ja gut 😂 Schön, dass wir darüber gesprochen haben. Selbst heute muss ich mit einem Schlaginstrument erst wieder warm werden und die Intensität kalibrieren, wenn ich es länger nicht benutzt habe. Mir gehen manchmal Schläge daneben oder sie sind fester/sanfter als ich es haben wollte. Das passiert und wenn Menschen so leicht kaputt gehen würden, wären wir längst alle ausgestorben.
    (Dieser Absatz gilt ausdrücklich nicht für komplexere Praktiken wie Nadelungen, Brandings u. ä.)


  8.  Eine Femdom muss kein Allround-Talent sein.
    Als ich die ersten Male aktiv gespielt habe, sah ich eine unendliche Fülle an Werkzeugen vor mir und dachte nur: Oh mein Gott, wie lange dauert es wohl, bis ich all das perfekt beherrsche? Die Wahrheit: Du musst das nicht alles beherrschen, denn du bist keine Dienstleisterin. Du kannst dich entspannt umschauen und auswählen, was zu dir passt. Für den ersten Überblick finde ich diese Empfehlung für eine Grundausstattung gut. (Mein kleines Spielköfferchen habe ich intuitiv sehr ähnlich zusammen gestellt. Bis auf die Paddles, denn ich mag keine Paddles.)


  9. Lass ihn eine Spülung machen, bevor du anal aktiv wirst. Zumindest, wenn du nicht auf Überraschungen stehst.
    Ähm, ja.

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